Für eine Vorlesung habe ich eine Installation des Virtual Network User Mode Linux gebraucht. Das ist ein Netzwerk-Simulationstool, das zur Simulation verschiedener Hosts in einem Netzwerk "einfach" einige Linux-Kernel im User Mode startet (dafür wird UML verwendet). Das System - na, ich sag's mal positiv: Das System wird sehr aktiv entwickelt, worunter die Dokumentation etwas leidet... Ich habe deshalb mal die Installation der aktuellen Version 1.7 auf meinem Ubuntu 6.10 kurz beschrieben.
Alles, was ich hier schreibe, steht im Prinzip auch auf der Webseite... aber eben nur im Prinzip. Also, los geht's:
- Zuerst muss dem Debian'schen Paketverwaltungssystem die Paketquelle der Spanier näher gebracht werden: Man ergänzt die /etc/apt/sources.list um die Zeile
deb http://jungla.dit.upm.es/~vnuml/debian binary/ - Nach einer Aktualisierung der Paketlisten kann dann das Paket vnuml installiert werden. Wie das geht, hängt vom Paketmanager ab: Bei aptitude reicht ein Druck auf "u", ansonsten
sudo apt-get updateDanach folgt ganz konventionell einsudo apt-get install vnuml - Die Webseite empfiehlt zusätzlich die Installation folgender Tools, die alle in den normalen Ubuntu-Repositories zu finden sind: vlan, xterm, bridge-utils und screen, die sich (abgesehen von den bridge-utils) aber alle schon bei mir versammelt hatten. Ein
sudo aptitude install bridge-utilsspäter war das also erledigt. - Auf der Webseite heißt es nun "That's all!", das stimmt leider nicht ganz: als nächstes stehen zwei größere Downloads an. Die virtuellen Maschinen brauchen ein Dateisystemimage mit den wichtigsten System-Tools (schließlich macht Unix ohne cat keinen Spaß, von ifconfig ganz zu schweigen) und einen Kernel. Diese Dateien sind sinnvollerweise von der Startseite des Projekts, aber nicht von der Installationsseite verlinkt...
Beide Pakete sind mit bzip2 gepackt; ich habe jeweils die aktuellste Version verwendet. - Das empfohlene Dateisystemimage liegt auf Sourceforge, ebenso...
- ... der empfohlene, minimalistisch konfigurierte UML-Kernel.
- Das Dateisystemimage wird nach /usr/share/vnuml/filesystems entpackt und nimmt dort über 700 MB Platz ein - ziemlich viel für meine knapp bemessene /-Partition... Ein Hardlink könnte Leuten mit Platzproblemen helfen.
- Das Kernelpaket wird nach /usr/share/vnuml/kernels entpackt. Zusammen mit dem eigentlichen Kernel werden ein Modulverzeichnis und einige kleinere Dateien angelegt. Weil die Simulationen erwarten, dass der Kernel "linux" heißt, legt man mit
ln -s linux-2.6.16.27-bs2-xt-1m linuxeinen symbolischen Link zum eigentlichen Kernel an. - Das war's eigentlich! Ungefähr jetzt sollte man root werden, denn VNUML ist grade erst auf dabei, Unterstützung für den Betrieb als "Normaluser" einzubauen. Vor dem Starten von Simulationen muss man mit dem Befehl
xhost +die Zugriffskontrolle des X-Servers abschalten. Danach kann man mit Simulationen arbeiten, wie in der Doku beschrieben: - Simulation starten:
vnumlparser.pl -t simple.xml -vsollte eine virtuelle Maschine starten. Im aufpoppenden xterm kann man sich als root mit dem in der Doku angegebenen Passwort einloggen. - Simulation sauber beenden:
vnumlparser.pl -d simple.xmlräumt das Spielzimmer auf. Änderungen am Dateisystem der simulierten Maschine überleben dabei. - Nicht vergessen:
xhost -Zugriffskontrolle wieder einschalten!
Vielen Dank noch an André Volk für den Tipp, dass xhost was damit zu tun haben könnte :-)
