Seit ich hier praktisch nichts mehr schreibe, habe ich mir die Einstellungen dieses Blogsystems auch nicht mehr näher angeschaut... und dabei übersehen, dass noch einige Kommentare manuell freigeschaltet werden mussten. Sorry! (Und schön zu sehen, dass hier doch noch einige Leute vorbeikommen :-))
jstarek.de - Blog
Eine kleine Entschuldigung an die Kommentarschreiber
Energieeffizienz
Vor ein Paar Tagen habe ich mir noch Gedanken darüber gemacht, ob wir am Radioteleskop irgendwo mit geringem Aufwand Strom sparen können, um unsere im Moment doch etwas hohe Rechnung zu senken. Heute stolpere ich bei Slashdot über einen Kommentar zum Energieverbrauch bei der Zementherstellung, der alle privaten Sparideen ziemlich lächerlich aussehen lässt. Aus dem dort verlinkten Paper:
Production of cement is one of the most energy intensive industrial processes, consuming up to 2 % of the worlds electricity due to several low efficiency processes. The grinding of cement clinker from the kiln is the most inefficient process in the manufacturing, with an efficiency of 1 %
(Benzer et al., 2001).
(aus "Modelling of Cement Grinding Circuits for Predictive Control", J. K. Huusom, 2005)
Glühlampenverbietern sei an dieser Stelle Rechnen und angestrengtes Nachdenken über Prioritäten empfohlen.
Wieder da
Schon wieder eine fast einjährige Blogpause :-) Aber ich hatte ja schon im Januar 2008 geschrieben, dass das einfach nicht das richtige Medium für mich ist. In unserem Institut geht der Trend ja zu Twitter, aber mir sind schon Blogs eingentlich zu schnelllebig. Ich will meine Texte durchdenken und in Ruhe ausformulieren können.
Dazu kam dieses Jahr, dass ich mich dieses Jahr an der Uni fast nur mit Schreiben befasst habe. Nebenbei bin ich immer noch mit der Pflege von astropeiler.de beschäftigt, so dass "an Webseiten basteln" gerade nicht wirklich Entspannung für mich ist...
Aber die Fotografie macht mir immer noch Spaß. Und nachdem ich gestern einen Schwung neuer Bilder bei Panoramio eingestellt habe, habe ich angefangen, auch mal die Galerie hier ein bisschen weiter zu füllen.
Kreationisten vor der Haustür
Manchmal hat man die großen Probleme der Welt direkt vor der Haustür: Das Regierungspräsidium Stuttgart hat heute einer christlichen Gruppe die Gründung einer Privatschule in Hohenlohe erlaubt, in der den Schülern Unterricht nach... na, sagen wir, konservativen Moralvorstellungen gegeben werden soll. Die Interessengruppe hat als Auflage bekommen, auch über die Evolutionstheorie zu reden, was sie ursprünglich wohl nicht vorhatten. Wie kommt man in einer Schule ohne Evolutionstheorie aus?
Solche Fälle gab es in den letzten Jahren besonders in den USA. Viele Eltern sind dort der Ansicht, dass die Evolutionstheorie der Schöpfungslehre widerspricht. Sie verbieten ihren Kindern den Schulbesuch, weil sie Angst vor der "unchristlichen" Ausbildung in den öffentlichen Schulen haben, und unterrichten sie nach eigenen Vorstellungen. Ob das der Entwicklung der Kinder gut tut, kann ich nicht sagen, und auch in die Moralvorstellungen anderer Leute will ich nicht reinreden -- nicht jeder ist in der Lage, detailliert über gesellschaftliche Normen nachzudenken, das Festhalten an einem bewährten Moralkodex ist da sicher einfacher und alltagstauglicher.
Aber was mir ernsthaft Sorgen macht, ist, dass wir im schon immer christlich-konservativ geprägten Hohenlohe jetzt also Kreationisten haben, die ihren Kindern verbieten wollten, sich mit der Evolutionstheorie auseinanderzusetzen. Denn bei Kreationisten habe ich immer den Verdacht, es mit sehr irrationalen Menschen zu tun zu haben, die über ihr Tun nicht nachdenken. Warum diese Pauschalisierung? Weil es bei der Frage, ob das Leben auf der Erde durch Evolution oder den biblischen Schöpfungsakt entstanden ist, nicht um Glauben geht. An die Evolutionstheorie kann man nicht glauben. Sie ergibt sich, wenn man bestimmte Schlussregeln auf Beobachtungen unserer Umwelt anwendet.
Ich behaupte, dass Kreationisten entweder keinen bibeltreuen Glauben oder eine "hidden agenda" haben. Denn Gott, das ist im Christentum klar, ist allmächtig. Gott kann Dinge tun, die wir Menschen nicht begreifen können -- weder das Motiv, noch die Ausführung oder gar die Tat selbst. Er kann also die Welt und unseren Geist in sechs Tagen erschaffen haben und es trotzdem für uns so aussehen lassen, als hätte es eine Evolution gegeben. Deshalb spricht man ja auch von der Evolutions
Wenn sie das nicht wollen, bleibt nur noch eine Erklärung: Wir hätten es mit einer Gruppe von Leuten zu tun, die sich hinter einer Mauer aus menschengemachten Regeln verschanzen wollen, um nicht über die Welt nachdenken zu müssen. Ob aus Angst oder Unfähigkeit, sei dahingestellt. Schlimm fände ich in diesem Fall, dass sie zur Begründung ihres Lebensstils ausgerechnet das Christentum, also eine der Religionen, die Freiheit betont, heranziehen.
Leute: Lehrt euren Kindern eure Religion, eure Wertvorstellungen, eure Tradition. Sagt ihnen, warum das gute Ideen sind. Aber verbietet ihnen nicht zu denken, weil ihr selbst euch davor fürchtet.
Rheinischer Frohsinn
Damit es einem im schönen Rheintal nicht zu gut geht, schicken die Einheimischen immer wieder Abordnungen auf die Straßen, die die Zugezogenen daran erinnern, dass man hier gefälligst froh zu sein hat. Und zwar nicht einfach so ungeregelt, sondern wenn es der Kalender sagt.
Eine Möhnentruppe (Möhnen sind hier Frauen, denen man als Zugezogener aus dem Weg gehen sollte) hat heute im Bus lautstark daran erinnert, dass es demnächst wieder so weit ist:
Tun-nel, Tun-nel,
Tunnel, Tunnel, Tunnel,
wenn mer reinfährt, isses dunkel,
wenn mer rausfährt, wird es hell
(zur Melodie von Carnaval de Paris) war eine der sinnvolleren Strophen.
Meine lieben Mitfahrerinnen, ich hoffe, mein Versuch, konzentriert was zu lesen, hat euch nicht zu sehr gestört.
